Online-Marketing-Blog Heroshot

Modernes Stadt- und Regionalmarketing (Teil 1/3)

Schlauen Sie sich auf

10.12.2012

Modernes Stadt- und Regionalmarketing (Teil 1/3)

Ich war zuletzt in die Vorbereitung eines kleineren Stadt- und Regionalmarketing-Projektes eingebunden. In dieser dreiteiligen Artikelserie möchte ich deswegen, weil ich es spannend finde, das Thema Stadt- und Regionalmarketing aufgreifen. Im ersten Artikel (also diesem Artikel) geht es um die grundsätzliche Bedeutung der Zielgruppenorientierung für das Stadt- und Regionalmarketing. In den folgenden Teilen sollen die fachliche Konzeption eines Stadt- und Regionalmarketings und die zugrundeliegende Vorgehensweise diskutiert werden.

Stadt- und Regionalmarketing

Stadt- und Regionalmarketing adressiert die systematische Gestaltung aller Kommunikationsbeziehungen einer Stadt oder Region – und dies sowohl nach innen (also in Richtung der eigenen Bürger), als auch nach außen (also in Richtung von an der Stadt oder Region Interessierter). Das einfach klingende, aber durchaus herausfordernde Ziel: Die Stärken der Stadt oder Region sollen zielgerichtet und direkt den aus Sicht der Stadt oder Region interessanten Zielgruppen (Touristen, Investoren, Studierende, Senioren etc.) vermittelt werden. Auch der direkte Austausch mit und sogar zwischen den adressierten Zielgruppen soll durch das Stadt- und Regionalmarketing ermöglicht werden. So soll eine langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt oder Region erreicht werden.

Zielgruppenorientierung

Kundenansprache, Kundenakquise und Kundenbindung stehen im Zentrum der Konzeption und Umsetzung einer jeden Kommunikations- und Marketingstrategie. Zwar haben viele Städte, Landkreise oder auch Regionen zwischenzeitlich die Bedeutung einer durchdachten und cleveren Kommunikations- und Marketingstrategie für die erfolgreiche und nachhaltige Image- und Profilbildung erkannt, allerdings ist die eigene Kommunikations- und Marketingstrategie oft so konzipiert und ausgestaltet, dass sie eben wenig erfolgreich ist bzw. zumindest große Potentiale brach liegen lässt.

Ein Hauptgrund dafür: Eine mangelnde bzw. unpräzise Zielgruppenansprache. Anders gesprochen: Die entscheidende Frage, wer denn überhaupt der "Kunde" ist, wird nicht bzw. ungenügend beantwortet. Das was Städte und Regionen brauchen, ist also eine durchdachte und clevere Kommunikations- und Marketingstrategie, die sich strikt an den angesprochenen Zielgruppen orientiert und gezielt innovative und nachhaltige Angebote für diese Zielgruppen bereitstellt. Nicht angesprochene Zielgruppen müssen dagegen konsequent außen vor bleiben.

Zentrale Drehscheibe einer Kommunikations- und Marketingstrategie muss dabei eine nutzergerechte und strikt zielgruppenorientierte Webseite sein. Flankiert und ergänzt wird diese zentrale Schaltstelle für Kommunikation und Marketing von klassischen Kommunikations- und Marketingmaßnahmen (Plakate, Flyer, Printwerbung etc.), die sich aber ebenfalls strikt an den angesprochenen Zielgruppen orientieren müssen.

Strikte Zielgruppenorientierung ist also das wichtige Fundament.

Was macht aber die Kommunikations- und Marketingstrategie einer Stadt oder Region über die Zielgruppenorientierung hinaus erfolgreich und nachhaltig? Die Antwort: Die möglichen Antworten auf diese Frage sind vielfältig, situationsabhängig und können im Rahmen eines Blogartikels nicht abschließend beantwortet werden. Relevante Komponenten sind aber:

  • die Auswahl geeigneter Kommunikations- und Marketinginstrumente
  • eine nutzergerechte Gestaltung von Kommunikations- und Marketinginstrumenten
  • eine exzellente Qualität von Texten
  • cleveres Online-Marketing
  • Suchmaschinenmarketing
  • die Einbindung sozialer Netzwerke wie Facebook.

Abschließende Antworten können hier aber pauschal nicht gegeben werden.

Es gilt Schätze zu heben!

Die größte konzeptionelle Herausforderung bei der Entwicklung einer Kommunikations- und Marketingstrategie: Die (tatsächlichen und auch vermeintlichen) Schwächen einer Stadt oder Region, wie z.B. die fehlende Großindustrie oder eine fehlende positive Selbsteinschätzung der Einwohner, müssen argumentativ - sowohl was die Innen- als auch was die Außendarstellung anbelangt - ins richtige Licht gerückt werden.

Vor allem gilt: Die Stärken, Qualitäten und das Einzigartige einer Stadt oder Region, konkret also z. B. viele innovative kleine und mittelständische Unternehmen, eine große Natur- und Geschichtsverbundenheit, oder eine hohe Aufgeschlossenheit gegenüber aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen (z. B. dem demographischen Wandel), müssen bewusst und in ausgeprägter Form in den Vordergrund aller Bemühungen gestellt werden. In anderen Worten: Es gilt Schätze zu heben!

Zur Schatzsuche

Um aber Schätze zu heben, braucht man Schatzsucher. Nicht nur hochmotivierte, sondern auch fähige, kompetente Schatzsucher, die sich mit der Schatzsuche auskennen und die auch in der Lage sind sowohl klassische als auch modernste Kommunikations- und Marketingwerkzeuge einzusetzen. Schatzsucher müssen die Stadt oder Region, ihre Menschen und deren Lebens- und Arbeitssituation verstehen können und sich auf diese einlassen.

Schatzsucher müssen dazu aber nicht zwingend aus der Stadt oder Region selbst stammen. Im Gegenteil. Schatzsucher direkt aus der Stadt oder Region sind vielleicht schon zu sehr und zu lange in der Stadt oder Region verankert und haben deswegen in vielen Fällen den Blick auf das Wesentliche verloren, können gar nicht mehr die entscheidende Essenz extrahieren, kommunizieren und vermarkten.

Aber auch ortsfremde Schatzsucher brauchen Insider, um erfolgreich zu sein, also Kenner der Stadt oder Region, die diese kennen wie ihre eigene Westentasche.

Lesen Sie im nächsten Teil der Artikelserie...

Eine Zielgruppenanalyse stellt das Fundament einer Kommunikations- und Marketingstrategie im Stadt- oder Regionalmarketing dar, nicht aber das Endergebnis, also die fertige Kommunikations- und Marketingstrategie. Aufbauend auf den Ergebnissen der Zielgruppenanalyse müssen natürlich spezifische Strategiekonzepte für Kommunikation und Marketing abgeleitet werden. Worauf es ankommt lesen Sie im nächsten Teil der Artikelserie.

Links