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Cloud Computing Betreibermodelle

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Cloud Computing Betreibermodelle Cloud Computing Betreibermodelle - Mobile
04.05.2017

Cloud Computing Betreibermodelle

Im Cloud Computing werden drei Betreibermodelle unterschieden: (1.) Public Cloud, (2.) Private Cloud und (3.) Hybrid Cloud. Welche Rolle spielen diese Betreibermodelle bei Entscheidungen für oder gegen Cloud-Lösungen? Die Antwort: Eine zu große Rolle! Tatsächlich wird viel zu oft gleich zu Beginn von Cloud-Projekten die Frage nach dem grundsätzlich am besten geeigneten Betreibermodell gestellt. Aber: Die Unterscheidung von Public, Private und Hybrid ist bei Entscheidungen für oder gegen Cloud-Lösungen – zumindest zunächst – vernachlässigbar.

Betreibermodelle im Überblick

Kurz und kompakt zusammengefasst die Grundlagen:

Die Public Cloud ist offen, d.h. über das Internet prinzipiell für jedermann (jede Person und jedes Unternehmen) zugänglich. Typische und bekannte Beispiele sind die frei verfügbaren Webanwendungen von Google (wie z.B. Google Drive), Microsofts Office 365, SAP Business by Design oder das Online-CRM-System von Salesforce.

Dem gegenüber steht die Private Cloud. Die Idee: Die gleichen Mehrwerte wie sie auch die Public Cloud bietet (skalierbare IT-Infrastruktur, installations- und wartungsfreie IT-Anwendungen, Zugriff auf IT-Anwendungen von jedem Ort aus) sollen auf eine geschützte und geschlossene Unternehmensumgebung übertragen werden. Die Hoffnung: Vor allem Datenschutz und IT-Sicherheit sind leichter zu gewährleisten und die Kontrolle über Infrastruktur, Services und Anwendungen verbleibt im Unternehmen.

Die Hybrid Cloud schließlich ist die Kombination der beiden zuerst genannten Ansätze. Weniger sensitive Infrastrukturkomponenten, Services oder Anwendungen werden in die Public Cloud ausgelagert. Alle anderen Infrastrukturkomponenten, Services oder Anwendungen werden in der unternehmenseigenen Cloud betrieben.

Das Schwierige: Was dabei jetzt eine Infrastrukturkomponente, einen Service oder eine Anwendung sensitiv macht, ist oft unklar, häufig sogar Gegenstand kontroverser Diskussionen – gerade und vor allem im Kontext der Einführung von Cloud-Lösungen.

Betreibermodelle sind eine mentale Mauer

Die Unterscheidung der drei genannten Betreibermodelle ist häufig Ausgangspunkt für die typischerweise erste zu klärende Frage, wenn es um die Cloud geht: „Wie wollen wir als Unternehmen denn die Cloud überhaupt nutzen?

Denn: Wenn man sich überlegt, wie man die Cloud nutzen will, landet man zwangsläufig bei der Frage danach, wie die Cloud denn grundsätzlich überhaupt aussehen kann. Zunächst bleibt „die Wolke“ eben oft unklar, abstrakt und vielschichtig; und genau das führt dann wiederum ohne Umwege zu den angesprochenen Betreibermodellen, die die Cloud in jedem Fall besser greifbar machen.

Was ist jetzt aber das Problem?

Tatsächlich, und das ist das große Problem der diskutierten Dreiteilung, schränkt die Unterscheidung von öffentlichen, privaten und hybriden Clouds – gerade am Beginn von Cloud-Projekten – jede Diskussion für oder gegen Cloud-Lösungen nachhaltig ein.

Der Grund: Die Unterscheidung von öffentlichen, privaten und hybriden Clouds führt dazu, dass in Cloud-Projekten plötzlich viel zu schnell und viel zu stark technische Spezifika von Betreibermodellen, z. B. zu deren Sicherheit bzw. Unsicherheit oder Skalierbarkeit, in den Vordergrund rücken. Gerade am Anfang von Cloud-Projekten sind allerdings technische Spezifika zwar nicht unwichtig, sollten gleichzeitig aber vor allem auch nicht überstrapaziert werden.

Die Konsequenz: Am Ende rückt, da auch technische Spezifika zu langwierigen und komplexen Diskussionen führen können, sowieso fast immer die hybride Cloud in den Mittelpunkt der Betrachtungen.

Warum?

Weil es eben gerade diese Mischform aus öffentlicher und privater Cloud ist, die sich wunderbar als Deckmantel (wenn man böse wäre, könnte man auch sagen: als Ausrede) dafür verwenden lässt, dass man sich als Unternehmen selbst nicht sicher ist, wann welches Betreibermodell denn nun am Besten ist. Im Zweifelsfall ist es die hybride Cloud die den größten Nutzen (Stichwort: „best of both worlds“) verspricht.

Das Fatale aber: An das, was jetzt genau und konkret aber den größten Nutzen bringen soll, hat man in den meisten Fällen dann noch kaum einen Gedanken verschwendet. Die Unterscheidung verschiedener Betreibermodelle führt also dazu, dass plötzlich und viel zu schnell technische Spezifika von Betreibermodellen diskutiert werden.

Und jetzt - was sollte stattdessen diskutiert werden?

Denken Sie über fachliche Probleme nach!

Ausgangspunkt bei der Auseinandersetzung mit Cloud-Lösungen – wie es grundsätzlich eigentlich immer der Fall sein sollte, wenn es um den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie geht – sollte die Frage danach sein, welche fachliche Problemstellung im Unternehmen gelöst werden soll. Anders gesagt: Es muss – auch bei einem vermeintlich sehr techniknahen Thema – immer (!) um fachliche Fragen gehen. Technology rules! Durchaus! Gerne sogar! Trotzdem aber bitte erst dann, wenn klar ist, was am Ende erreicht werden soll. Auch Cloud Computing ist kein Selbstzweck.

Im Umkehrschluss heißt dies: Bei der Diskussion von Cloud-Lösungen, respektive bei Entscheidungen für oder gegen bestimmte Cloud-Lösungen, kommt es nicht so sehr darauf an, welches Betreibermodell denn nun das richtige ist. Stattdessen kommt es darauf an, zunächst eine fachliche Problemstellung zu erkennen und zu verstehen, um sich dann anschließend mit passenden technologischen Rahmenbedingungen entsprechender Cloud-Lösung auseinanderzusetzen, die zusammen und in Summe dann AM ENDE für oder gegen ein bestimmtes Betreibermodell sprechen.

Fachliche Problemstellungen können dabei fehlende oder zu optimierende Geschäftsprozesse sein, aber auch ungenügende bzw. eingeschränkte Möglichkeiten zur unternehmens- und länderübergreifenden Kollaboration und Interaktion, nicht vorhandene Social Media Tools für die interne Unternehmenskommunikation (Stichwort „Social Business“) oder auch die Ersetzung komplexer, weil veralteter und nicht skalierender Legacy-Anwendungen. Keine fachliche Problemstellung ist die Frage nach dem geeigneten Betreibermodell für Cloud-Lösungen. Letzteres ist eine technische Fragestellung, die erst nach Diskussion fachlicher Aspekte adressiert werden sollte.