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Die 7 Todsünden bei den Webseiten von KMU

Schlauen Sie sich auf

04.12.2011

Die 7 Todsünden bei den Webseiten von KMU

Gerade bei den Webseiten von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) kommt eine wichtige Rolle in der Kundenansprache, Kundenakquise und Kundenbindung zu. Trotzdem wird die eigene Webseite zu häufig stiefmütterlich behandelt. Verschlimmernd kommt hinzu, dass gerade oft die Webseiten von KMU gewisse Merkmale aufweisen, die, nun, sagen wir es mal vorsichtig, den Erfolg im Netz doch nachhaltig erschweren.

Auf Basis meiner Erfahrungen in Webprojekten und auch auf Basis von Rückmeldungen und Diskussionen in meinen Seminaren zum Thema „erfolgreiche Webseiten“ möchte ich hier kurz die wesentlichen Todsünden im Bereich KMU-Websites diskutieren.

Das Schwierige bei einem solchen Thema ist immer, dass jeder etwas anderes als „Todsünde“ bezeichnen würde. Insofern bitte nachfolgende Auflistung als durchaus stark subjektiv geprägt verstehen. In einem persönlichen Blog muss so etwas ja aber auch mal erlaubt sein.

(1) Das „Ich-habe-einen-Bekannten-der-macht-das-so-nebenher-für-viele-Vereine-und-der-macht-auch-mir-meine-Webseite-super-professionell-für-wenig-Geld-ganz-nach-meinen-Wünschen“-Syndrom!

Es tut mir leid. Gute, erfolgreiche Websites kosten einfach Geld. Selbst kleine Webseiten liegen, wenn von Profis gemacht, schnell in einem Bereich von 3.000€ bis 5.000€ (von professionellen Onlineshops will ich hier mal gar nicht anfangen). Ja, ehrlich. Ganz ehrlich. Viele kleine und mittelständische Betriebe greifen deswegen gerne immer wieder auf „Hobby-Dienstleister“ zurück, wenn es um die Gestaltung und Umsetzung der eigenen Webseite geht. Sorry, aber das ist eine denkbar schlechte Idee.

(2) Ein beliebter Fehler: Es wird Bildmaterial verwendet für welches man gar keine Nutzungsrechte besitzt.

Ja, wirklich, das ist eine Todsünde. Tatsächlich kommt es immer noch und leider relativ häufig vor, dass Bilder, Grafiken (oft: Cartoons oder Karikaturen) und andere Abbildungen (zum Bespiel Statistiken) „einfach so“ verwendet werden. Einfach so heisst an dieser Stelle, dass man für das Bildmaterial gar keine Nutzungsrechte besitzt. Stattdessen sollte man Bildmaterial, welches man verwenden möchte, entweder bei großen Portalen wie fotolia.de oder shutterstock.de kaufen oder am Besten gleich selbst erstellen (mit der eigenen Kamera oder als Auftragsarbeit von professionellen Business-Fotografen). Nur dann ist man auf der sicheren Seite.

(3) Die Websites orientieren sich nicht an den Bedürfnissen und Erwartungshaltungen der angesprochenen Zielgruppen.

Webseiten können nur dann wirklich erfolgreich sein, wenn die Bedürfnisse der angesprochenen Zielgruppe(n) befriedigt werden. Leider sind viel zu oft Webseiten zu sehen, die diese fundamentale Grundregel außer Acht lassen. Anders gesagt: Eine Webseite ist nur dann erfolgreich, wenn sie konkreten Mehrwert stiftet. Um Mehrwert zu stiften, muss man wissen, wie dieser Mehrwert für Webseiten-Besucher generiert werden kann. Mehrwert wird aber nur genau dann generiert, wenn man die Erwartungen der Besucher an die eigene Webseite erfüllt. Um diese Erwartungen zu bestimmen muss man aber wissen, wer überhaupt Besucher der Webseite sind! Und das Hilfsmittel der Wahl hierzu: Eine Zielgruppenanalyse. Grundsätzlich sollte eine systematische Zielgruppenanalyse immer der Startpunkt eines Webprojekts sein. Im Rahmen dieser Zielgruppenanalyse müssen dann vor allem zwei Fragen beantwortet werden: Wer ist denn meine Zielgruppe? Und: Was sind die Bedürfnisse meiner Zielgruppe? Weitere Informationen zur Bedeutung einer solchen Zielgruppenanalyse finden Sie in einem weiteren Blog-Artikel von mir. Eines unserer kostenlosen E-Books gibt Ihnen ein einfaches Kochrezept für eine Zielgruppenanalyse an die Hand.

(4) Zu großer Fokus auf das Thema Suchmaschinenoptimierung wo dieser nicht notwendig ist. Dazu gehört gleichzeitig aber auch: Gar keine Suchmaschinenoptimierung. Das ist jetzt aber etwas komplizierter...

Mal (kontrovers) auf den Punkt gebracht: Suchmaschinenoptimierung ist für KMUs nur dann besonders wichtig, wenn der von dem KMU adressierte Markt bzw. Kundenkreis außerhalb eines Radius von 50km um die eigene Heimatstadt liegt bzw. wohnt. Dies mag ja durchaus vorkommen. Klar. OK. Mir wird aber auch immer wieder erzählt, dass man sich auch als rein lokal agierendes Unternehmen große und teure „Google-Pakete“ oder Ähnliches hat aufschwätzen lassen. Vorsicht vor SEO-Dienstleistern, die das tun.

Wenn wir zum Beispiel einen Handwerker oder eine kleine Firma haben, die die eigenen Dienstleistungen „nur“ lokal anbieten, dann lassen sich (fast immer) bereits mit relativ geringem Aufwand (beispielsweise einer Anmeldung bei Google Places und einigen Backlinks in sozialen Netzwerken und öffentlichen Branchenportalen) ganz vordere Platzierungen in den Ergebnislisten bei Google erreichen. Warum? Weil solche Firmen eben häufig lokal bekannt sind und die Suchanfragen von Menschen, die nach dieser Firma suchen, dann typischerweise eben folgende Form haben: „Firmenname Ort“ oder "Dienstleistungsname Ort". Die einzigen Konkurrenten um ganz vordere Plätze in den Ergebnislisten der Suchmaschinen sind dann oft Einträge in Branchenportalen. Google erkennt solche Branchenportale aber auch und rankt die Website des Unternehmens oft sehr schnell höher als entsprechende Einträge in den Branchenportalen.

Trotzdem sei auch erwähnt: Ganz auf Suchmaschinenoptimierung zu verzichten ist aber auch in einem solchen Fall nicht gut. Einige grundlegende Hausaufgaben muss man immer (!) machen. Diese Hausaufgaben lassen sich aber schnell und zügig umsetzen.

Und wenn der von einem KMU adressierte Markt bzw. Kundenkreis außerhalb eines Radius von 50km um die eigene Heimatstadt liegt, kommt dem Thema „Suchmaschinenoptimierung“ dann tatsächlich eine erfolgskritische Rolle zu. Hier kommen dann auch sofort wieder Dienstleister ins Spiel, die, wenn gut, wirklich einiges reißen können.

(5) Dem Text einer Webseite wird keine große Beachtung geschenkt.

Warum spielt der Text eine so große Rolle? Über den Text einer Webseite werden die Botschaft und der Inhalt (also das Produkt- oder Dienstleistungsangebot) vermittelt. Bilder können stimmig sein. Die Navigation einer Webseite kann gut durchdacht sein. Die Webseite kann hervorragend für Google optimiert sein. Aber wenn ein Besucher eine Webseite gefunden hat und ansieht kommt vor allem dem Text eine Schlüsselrolle zu! Aber wie bringe ich nun Besucher meiner Webseite dazu den Text auch zu lesen? Der Text einer Webseite muss sich – wie auch alle anderen Elemente einer Webseite – an den Bedürfnissen der angesprochenen Zielgruppe orientieren. Dazu sei wiederum auf die zuvor beschriebene Todsünde 4 verwiesen.

(6) Es werden Standardfunktionen verwendet.

Viele Umsetzungswerkzeuge für Websites (zum Beispiel Content Management Systeme) bringen viele Standardfunktionen mit. Beispiele solcher Standardfunktionen sind (nach wie vor) Besucherzähler, Kontaktformulare, Blogs, Wikis oder andere kleine und oft wenig nützliche Apps. Und jetzt das Fatale: Um solche Standardfunktionen zu nutzen muss typischerweise nur ein Häkchen in dem verwendeten Umsetzungswerkzeug gesetzt werden. Die Hemmschwelle dies zu tun ist typischerweise recht gering. Oft ist man froh um jedes „coole Feature“ was man hat. Das ist aber gefährlich, da viel zu leicht und unbedacht die Funktionalität einer Webseite durch Features, die man gar nicht braucht, aufgebläht wird. Wichtigster Orientierungsrahmen müssen auch hier immer (!) die Zielgruppenanalyse und damit die Bedürfnisse und Wünsche der Besucher sein.

(7) Mein persönlicher Horror: „Herzlich Willkommen“

Unternehmenswebseiten auf denen Besucher mit „Herzlich Willkommen“ begrüßt werden sind schlicht weg einfach „Old School“ oder „90er Jahre“. So hat man vor 10 Jahren die Besucher auf der eigenen Webseite begrüßt. Das einzige was noch schlimmer ist als ein einfaches „Herzlich Willkommen“ ist ein mittig ausgerichtetes „Herzlich Willkommen“. Es gibt heute so viele verschiedene und andere, kreative Möglichkeiten die Besucher persönlicher zu begrüßen oder „abzuholen“. Herzlich willkommen ist einfach nur langweilig. OK – der letzte Punkt mag subjektiv sein! Sorry :-)