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Ist eine gute Webseiten-Programmierung wichtig?

Schlauen Sie sich auf

28.10.2011

Ist eine gute Webseiten-Programmierung wichtig?

[HINWEIS DES AUTORS IM OKTOBER 2014: Dieser Artikel wurde im Oktober 2011 veröffentlicht. Ich habe den Artikel im Oktober 2014 leicht angepasst und überarbeitet. Grundsätzlich ist die Botschaft des Artikels meiner Meinung nach nach wie vor gültig. Allerdings muss ergänzt werden, dass das Thema Webseitenprogrammierung gerade aufgrund der aktuell sehr stark zunehmenden Bedeutung von Performanzaspekten im Kontext Suchmaschinenoptimierung wieder deutlich wichtiger wird.]

Spielt die Qualität der Programmierung einer Webseite tatsächlich eine wichtige Rolle, wenn es um den grundsätzlichen Erfolg einer Webseite geht? Und ergänzend dazu: Spielt die Qualität der Programmierung einer Webseite tatsächlich (wie im Web oft zu lesen) eine wichtige Rolle, wenn es um den Erfolg einer Webseite bei Suchmaschinen (also die Platzierung in Suchergebnissen) geht?

Im Web konkurrieren mittlerweile eine ganze Reihe an Webseiten um Kunden, die auf Knopfdruck Analysen zur technischen Qualität einer Webseite anbieten, d.h. zur Qualität der Programmierung einer Webseite. Als typische Beispiele seien hier stellvertretend für viele andere seitoskop.de, seitwert.de oder seitenreport.de genannt. Was wird hier untersucht? Ganz klar: Technische Aspekte! Nicht das Design, nicht die Inhalte, keinerlei nicht-technische Aspekte. Das heißt: Tools wie die oben genannten beleuchten die Technik. Oder wie auf seitoskop.de geschrieben wird: "Wurde nach neuestem Stand entwickelt? Wurden die HTML-Standards eingehalten und auf veraltete Struktur- und Format-Elemente verzichtet? Sind die Ladezeiten gut bis optimal, wurden die Grundsätze der Suchmaschinenoptimierung eingehalten, wie suchmaschinenfreundlich ist die Webseite eigentlich?"

Um eines gleich klarzustellen: Diese Angebote haben eine absolute Daseinsberechtigung und können Webdesignern wertvolle Unterstützung bei der Optimierung der Programmierung von Webseiten bieten.

Es gibt aber zwei Fragen, die in diesem Kontext von Belang sind: 1. Spielt die Qualität der Programmierung einer Webseite tatsächlich eine wichtige Rolle, wenn es um den grundsätzlichen Erfolg einer Webseite geht? Und ergänzend dazu: 2. Spielt die Qualität der Programmierung einer Webseite tatsächlich (wie im Web oft zu lesen) eine wichtige Rolle, wenn es um den Erfolg einer Webseite bei Suchmaschinen (also die Platzierung in Suchergebnissen) geht?

Einfluss auf den grundsätzlichen Erfolg einer Webseite?

Die Antwort auf die erste Frage: Kaum! Denn: Andere Aspekte sind bedeutsamer für den Erfolg einer Webseite als deren technische Programmierung. Antworten auf die Frage, was eine erfolgreiche Webseite auszeichnet, geben wir in unserem kostenlosen E-Book.

Webseitenprogrammierung und Suchmaschinen: Pro und Contra

Fragt man einen SEO-Dienstleister wird dieser sicher (oft) antworten: "Natürlich muss eine Webseite gut programmiert sein um bei Google eine gute Platzierung zu erreichen!" Demgegenüber steht eine zweite Fraktion, für die die Programmierung einer Webseite mehr oder weniger vernachlässigbar ist, solange die Inhalte und die Verlinkung der Webseite gut sind.

Ich muss zugeben: Ich bin eher ein Anhänger der zweiten Fraktion, d.h. meinen Erfahrungen nach ist die Programmierung einer Webseite, auch wenn durchaus positive Effekte festgestellt werden können, für den langfristigen, nachhaltigen Erfolg einer Webseite eher nachrangig. Gute Positionen in den Ergebnissen von Suchmaschinen hängen im Wesentlichen von interessanten, immer wieder auch neuen Inhalten und einer sich daraus ergebenden weitreichenden Verlinkung der Webseite im Internet ab. Und dies umso mehr, je stärker die von einer Webseite adressierten Themen bei Suchmaschinen umkämpft sind.

Argumente - oder: Zu den Waffen!

Ein häufig ins Feld geführtes Argument der PRO-Fraktion: "Nur wenn eine Webseite ordentlich programmiert ist, ist eine Suchmaschine überhaupt in der Lage alle für die Bewertung einer Webseite notwendigen Informationen auszulesen“. Nun, dem ist sicherlich so. Trotzdem: Auch bei vielen schlecht programmierten Webseiten können oft genügend Inhalte erfasst werden können, die eine einigermaßen sinnvolle Einordnung der Webseite aus Suchmaschinensicht erlauben. Also: Das Argument trifft zu, es ist aber ein aus meiner Sicht eher zahnloses Argument, was sich mit den letzten 3% einer möglichen Suchmaschinenoptimierung einer Webseite beschäftigt (und ja, die 3% sind zugegebenermaßen reine Spekulation). Eine gute Programmierung kann es den Suchmaschinen leichter machen und eine Basis für alles Weitere legen, aber das ist auch schon alles.

Ein ebenfalls häufig genanntes Argument: "Nur eine Webseite die den offiziellen W3C-Check besteht ist eine gute Webseite!" Der W3C-Check (W3C Markup Validation Service) erlaubt es beliebige Webseiten auf ihre Konformität mit dem offiziellen HTML-Standard hin zu untersuchen. Der W3C-Check prüft also auf die Konformität mit Theorie. Was bleibt dazu zu sagen? Theorie ist halt Theorie und Praxis ist halt eben Praxis! Kaum eine erfolgreiche Webseite genügt den Anforderungen der reinen Theorie – erreicht also 100% beim W3C-Check. Einige Beispiele: Für die Startseite von Google werden beispielsweise 39 Fehler und 2 Warnungen ausgegeben. Die Startseite von Amazon ergibt 459 Fehler und 94 Warnungen. Last but not least: Die Webseite der Deutschen Telekom ergibt 165 Fehler und 88 Warnungen.

Ein letztes oft ins Feld geführte Argument: "Nur eine gut programmierte Webseite wird von Suchmaschinen positiv bewertet." Nun, Tatsache ist, dass sich die Bewertung der Qualität einer Webseite immer stärker in Richtung zweier Faktoren verschiebt: 1. bereitgestellte Inhalte und 2. Reputation im Internet manifestiert durch Backlinks und erfolgreiche Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Mein Fazit

Ich bin ein Freund knackiger, kurzer Statements. Ich möchte deswegen hier im Fazit lediglich auf einen neulich gehörten O-Ton eines Bekannten und absoluten Web-Experten verweisen, der es, wenn auch überspitzt, genau trifft: "Inhalt und Links sind das Einzige was zählt – alles Andere ist eigentlich scheiß egal!"

Natürlich spielen auch noch viele andere Facetten immer eine Rolle – wie eben zum Beispiel auch die Programmierung einer Webseite. Aber entscheidend sind vor allem attraktive Inhalte und viele hochwertige Backlinks. Und da Google nun selbst mit einem eigenen sozialen Netzwerk durchstartet, ist insbesondere die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass gerade soziale Netzwerke (mit ihren nutzergenerierten Inhalten und Links) zukünftig einen noch größeren Einfluss auf die Positionierung von Webseiten bei Suchmaschinen haben werden. Gerade die heute immer noch festzustellende Bedeutung von Backlinks wird sich dadurch ändern. Geschäfte mit künstlichem Linkaufbau (beispielsweise durch gekaufte Backlinks) wird es schon bald nicht mehr geben.