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Pinterest - Eine Alternative zu Facebook für KMU?

Schlauen Sie sich auf

28.01.2013

Pinterest - Eine Alternative zu Facebook für KMU?

Mit Pinterest existiert neben Facebook, Twitter und Google+ ein weiteres soziales Netzwerk, welches seit 2011 explosionsartig gewachsen ist und auch immer noch sehr schnell wächst. Zwangsläufig drängt sich deswegen die Frage auf, ob Pinterest auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) eine interessante und vielversprechende Option ist, insbesondere als Alternative zum etablierten Platzhirsch Facebook. Erste Antworten soll dieser Blogartikel geben.

Was ist Pinterest?

Wikipedia definiert nüchtern: "Pinterest ist ein soziales Netzwerk, in dem Nutzer Bilder-Kollektionen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften können. Andere Nutzer können dieses Bild ebenfalls teilen (repinnen), den Gefallen daran ausdrücken oder kommentieren." Wesentlich emotionaler umreißen die Macher hinter Pinterest die Idee der Plattform: "Organisiere und teile die Dinge, die du liebst".

Nun, was heisst das aber jetzt konkret?

Mitglieder von Pinterest können – nach Installation eines kleinen Browser-Plug-In – im Internet auf beliebige Bilder oder Videos klicken und diese Inhalte dann über den Befehl "Pin it" ("Hefte es an") auf dem eigenen Pinterest-Profil respektive auf der eigenen Pinnwand veröffentlichen. Inhalte kann man zudem über so genannte Boards (oder Unterseiten) organisieren, d.h. thematisch gruppieren. Jeder Nutzer entscheidet selbst, ob die eigene Pinnwand öffentlich ist, d. h. von jedem eingesehen werden kann, oder ob diese privat ist, d. h. nur von ausgewählten Nutzern eingesehen werden kann.

Pinterest ist vor allem in 2011 und 2012 sehr stark gewachsen. In absoluten Zahlen gehört Pinterest mittlerweile zu den Webseiten mit den weltweit meisten Zugriffszahlen. Allerdings ist die steile Wachstumskurve zuletzt zumindest wieder etwas abgeflacht. Die Bedeutung in Deutschland ist noch vergleichsweise gering, wenn auch durchaus spürbar. Dazu auch ein interessantes Zitat aus dem lesenswerten Blogartikel "5 Irrtümer und Fakten zu Pinterest für Unternehmen in Deutschland": "Orientiert man sich an verschiedenen Statistiktools wie Alexa, Google Ad Planner & Co. (leider stellt Pinterest sehr wenige Daten zur Verfügung) beläuft sich der deutsche Traffic auf ca. 3% was ungefähr 700.000 Unique Visitors im Monat bedeutet. Recht übersichtlich neben Facebook, Google+ & Co." In anderen Worten: 700.000 Menschen rufen pro Monat Pinterest in Deutschland auf, was ungefähr 3% aller Webseitenaufrufe in Deutschland pro Monat entspricht.

Business Accounts für Unternehmen

Seit kurzem bietet Pinterest auch so genannte "Business Accounts" an, die hier angelegt werden können. Eine Anmeldung mit einem Business-Account ermöglicht es Unternehmen, sich mit dem eigenen Unternehmensnamen anstelle von Vor- und Nachname anzumelden.

Wie von anderen sozialen Netzwerken bekannt erhält jede Unternehmenspinnwand eine eigene Internetadresse (pinterest.com/unternehmensname). Bislang ist die Darstellung der Unternehmenspinnwände weitestgehend identisch zu den Profilen privater Nutzer, allerdings hat Pinterest zuletzt bereits angekündigt, dass Unternehmen zukünftig mit neuen Möglichkeiten bzw. Funktionen rechnen können.

Wichtig: Die Erstellung eines Business Accounts und damit einer eigenen Pinnwand ist für Unternehmen aber nur der erste und auch der einfachste Schritt. Anschließend ist es im zweiten Schritt notwendig, eigene Inhalte, also v. a. hochwertige Bilder bereitzustellen. Wer kennt das Zitat nicht: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!" Diese bekannte Lebensweisheit kann in gewisser Weise auch auf Pinterest angewendet werden. KMU können durch eine Pinnwand bei Pinterest die eigenen Angebote (d. h. Produkte oder Dienstleistungen) auf besondere Art und Weise ins richtige Licht rücken. Denn auch für KMU ist eine schlüssige Bildsprache wichtig und hilfreich.

Der dritte und letzte Schritt ist die größte Herausforderung. Die Nutzer sollen dazu zu animiert werden, die bereitgestellten Inhalte dann auch tatsächlich zu teilen, also in die eigenen Pinnwände zu integrieren. Und das ist jetzt eben genau die immer gleiche Herausforderung wie in allen anderen sozialen Medien auch. Und ein Patentrezept dazu, wie dies erreicht werden kann, kann nicht pauschal gegeben werden.

Übrigens: Selbst wenn keine eigene Pinnwand bei Pinterest eingerichtet wird, kann man als Unternehmen natürlich trotzdem den Pinterest Pin-It-Button auf der eigenen Webseite einbinden, um es Nutzern zu ermöglichen Bilder auf der eigenen Pinnwand anzuheften.

Rechtliche Tücken!

Abschließend: Eine Sache darf bei Pinterest nicht außer Acht gelassen werden. Pinterest kann schnell zum bösen Fallstrick für Nutzer und Unternehmen werden. Der Fallstrick: Für die Bilder, die auf der Plattform auftauchen (sollen), müssen Nutzer und Unternehmen zwingend die entsprechenden und vollumfänglichen Nutzungsrechte besitzen – ansonsten können schnell Abmahnungen drohen.

Zusätzlich problematisch: Gepinnte Inhalte werden immer auf die Pinterests Server kopiert (also vervielfältigt), zum Original wird nur noch ein Link gesetzt. In dem Blogartikel "How (P)Interesting: Fallstrick Urheberrechtsverletzung bei Business Accounts auf Pinterest" von Ralph Günther wird das Problem knapp und präzise zusammengefasst.

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