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Preisdifferenzierung im Multi-Channel: Online- und Offline-Angebote im Vergleich

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26.04.2014

Preisdifferenzierung im Multi-Channel: Online- und Offline-Angebote im Vergleich

Javier Flores und Jun Sun vom Institut „Computer Information Systems and Quantitative Methods“ an der University of Texas–Pan American in Edinburg, Texas, USA, haben in einer aktuellen Studie untersucht, wie sich die Preise großer Anbieter von Büroartikeln in den USA (konkret: OfficeMax, Office Depot, Staples) im Online- und Offline-Bereich unterscheiden. Das alles in allem durchaus überraschende Ergebnis: Die landläufige Auffassung, dass Preise in Onlineshops zwingend niedriger als in lokalen Geschäften „vor Ort“ sein müssten, konnte nicht bestätigt werden. Tatsächlich, so die Erkenntnis der Autoren, unterscheiden sich die Preise im Online- und Offlinebereich kaum – zumindest im analysierten Bereich von Büroartikeln.

Die Studie

In ihrer Studie „Online versus In-Store: Price Differentiation for Multi-Channel Retailers“, veröffentlicht auf der „Conference for Information Systems Applied Research“, die im November 2013 in San Antonio in den USA stattfand, analysieren Flores und Sun, wie stark sich Online- und Offline-Preise bei den drei größten Anbietern von Büroartikeln in den USA unterscheiden.

Die Autoren schlussfolgern: „A lower-than 100% ratio indicates that the average online price is lower than the average in-store price, and a higher-than-100% ratio indicates that the average online price is higher than the average in-store prices. The overall average price ratio for all the products in the sample is 98.92% and it is not significantly different from 100%.“

Anders gesagt: Tatsächlich sind die Online-Preise alles in allem minimal geringer als die Offline-Preise, allerdings sind die Unterschiede letztlich nahezu vernachlässigbar. „Results suggest an overall difference between online and in-store prices not significant, which goes against the generally accepted beliefs and some previous studies.“

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen also, zumindest und gleichzeitig einschränkend für den Bereich von Büroartikeln in den USA, dass Online-Preise nicht notwendigerweise niedriger als Offline-Preise sein müssen. Tatsächlich finden Flores und Sun für ihre Studie sogar Produkte, die im lokalen Geschäft eines Anbieters sogar niedriger sind als im entsprechenden Onlineshop.

Was macht die Studie so interessant?

Als eine der ersten Studien vergleichen die Autoren die Preise von Anbietern, die sowohl online als auch offline aktiv sind, die also klassische Multi-Channel-Anbieter sind. Konkret geht es um die Anbieter OfficeMax, Office Depot und Staples.

Die Studie von Flores und Sun zeigt, natürlich nur anhand eines Beispiels bzw. eines einzelnen Produktbereichs, dass ein Multi-Channel-Vertrieb nicht notwendigerweise riesige Preisunterschiede im Online- und Offline-Bereich impliziert. Tatsächlich kommt es letztlich immer auf die jeweiligen Produkte und die damit verknüpfte Preisstrategie an. Flores und Sun zeigen, dass es sowohl Produkte gibt, die online günstiger als offline sind, als auch dass Produkte existieren, die sogar offline günstiger als online sind. Alles in allem sind die Unterschiede zu vernachlässigen.

Ob das gute oder schlechte Nachrichten sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.