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Social Media Aktivitäten im Tourismus: Spannende Studie aus den USA

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10.01.2013

Social Media Aktivitäten im Tourismus: Spannende Studie aus den USA

Kurz vor Weihnachten wurde ich von einem Kollegen auf einen interessanten Blogartikel aus den USA aufmerksam gemacht, in dem die Ergebnisse einer Studie vorgestellt wurden, die sich mit der Frage nach dem Nutzen von Social Media Aktivitäten beschäftigt. Zwar wurde die Studie in nur einem spezifischen Bereich durchgeführt, dem Bereich des Tourismus, allerdings sind die Ergebnisse dieser Studie so spannend, dass ich diese in diesem Blogartikel kurz aufgreifen möchte.

Die Studie

Eines der derzeit am heißesten diskutierten Themen im Bereich Social Media ist der Nutzen bzw. der Return on Investment (ROI) von Social Media Aktivitäten. Der Grund ist klar: Immer mehr Unternehmen sind auch in sozialen Netzwerken präsent, erreichen aber meist schnell den Punkt, an dem nach dem Nutzen der häufig aufwändigen Social Media Aktivitäten gefragt wird. (Bereits in einem früheren Blogartikel "Welchen Nutzen haben Social Media Kampagnen?" habe ich dieses Thema aufgegriffen und diskutiert.)

Neue Nahrung erhält diese Diskussion durch eine aktuelle Umfrage der französischen Agentur „World Independent Hotels Promotion“ (WIHP) in der untersucht wurde, welche Rolle soziale Medien (Facebook, Blogs, Twitter) bei der Buchung von Hotels und Urlaubsangeboten spielen.

Konkret wurde untersucht, welche Informationsquellen die Entscheidung für ein Hotel oder ein Urlaubsangebot tatsächlich beeinflussen. Insgesamt 20.000 Personen nahmen an der Umfrage teil, die, und das ist ebenfalls eine Besonderheit, offline und nicht online durchgeführt wurde (d. h. unter Verwendung von klassischen Fragebögen ausgelegt in Hotels). Letzteres sorgt für eine hohe Repräsentativität, da eben nicht nur online-affine Nutzer an der Umfrage teilnehmen können.

Die Ergebnisse

Die erstaunlichen Ergebnisse: 22,9% der Umfrageteilnehmer gaben Rückmeldungen von Freunden und Familienmitgliedern als wichtigste Informationsquelle an. Knapp dahinter rangieren Online-Reisebüros und das amerikanische Portal TripAdvisor.

Das – wie ich finde – erstaunlichste Ergebnis ist aber, das Social Media Aktivitäten eine wirklich völlig untergeordnete Rolle als Informationsquelle spielen. Nur 1,6% vertrauen auf Informationen auf Facebook, 1,5% auf Informationen auf Blogs und gerade einmal 0,2% auf Informationen auf Twitter.

Die Ersteller der Studie schlussfolgern, dass Social Media im Tourismus kein entscheidendes Marketing Tool ist sondern stattdessen seine Stärken vielmehr im Bereich der Kommunikation und dem Dialog mit potentiellen Gästen und echten Gästen ausspielt. Dies erscheint plausibel, da soziale Medien ja eben genau darauf abzielen, die Kommunikation und die Interaktion mit (potentiellen) Kunden zu verändern und zu verbessern.

Erstaunlich trotzdem, dass die Online-Kommunikation und -Interaktion (potentieller) Kunden untereinander bei Entscheidungsprozessen kaum eine Rolle zu spielen scheint.

Das Fazit

Natürlich muss die spezifische Ausrichtung der Studie auf den Tourismus-Sektor berücksichtigt werden. Ich finde die Studie ist trotzdem ein schönes Beispiel dafür, dass bei allem Hype um Social Media immer genau hingeschaut werden muss, welche Angebote für die eigenen Nutzer tatsächlich angeboten werden.