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Soziale Signale – Was ist das? Und warum sind diese im Online-Marketing zunehmend von Bedeutung?

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23.06.2012

Soziale Signale – Was ist das? Und warum sind diese im Online-Marketing zunehmend von Bedeutung?

In einem Vortrag, den ich letzten Donnerstag bei der Kreishandwerkerschaft Biberach zum Thema „Social Commerce – Hype oder echte Chance?“ gehalten habe, ging es auch um die Bedeutung sozialer Signale. In diesem Blogartikel möchte ich nochmal kurz aufgreifen, was man unter sozialen Signalen versteht und welche (zunehmende) Bedeutung diese für das Online-Marketing haben.

Was sind soziale Signale?

Soziale Signale können als „digitale Spuren“ betrachtet werden, die Nutzer (also wir alle) auf Webseiten v.a. aber in sozialen Netzwerken wie Facebook & Co. hinterlassen. Jedes mal wenn ein Nutzer einen Inhalt, z. B. ein Foto, ein Video oder einen Blogartikel, auf einer Webseite, in einem Onlineshop oder in sozialen Netzwerken bewertet, z. B. in dem er besagten Inhalt mit seinen Freunden teilt oder einfach nur eine Empfehlung in Form eines Klicks auf einen Like-Button ausspricht, entsteht ein soziales Signal.

Tatsächlich lebt das Web 2.0 von sozialen Signalen die jeden millionenfach generiert werden. Nutzergenerierte Inhalte sind zum festen und nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil auf vielen Webseiten und Onlineshops geworden.

In einem anderen Blogartikel bin ich bereits auf Möglichkeiten eingegangen, Interaktion und damit soziale Signale im Web 2.0 für eigene Zwecke und Ziele zu fördern. Die wichtigsten Ansätze seien ganz kurz nochmals wiederholt: Ein Kernelement sind Bewertungen. Nutzer bekommen die Möglichkeit, eine (positive oder negative) Bewertung von Inhalten, Produkten oder Dienstleistungen vorzunehmen. Neben den Bewertungen kommt auch Nutzerkommentaren eine wichtige Funktion zu. Das Internet kann heute als große Diskussionsplattform verstanden werden. Jeder Nutzer hat zu bestimmten Themen eine eigene, subjektive Meinung. Bietet man nun Kommentarfunktionen an, erlaubt man es Nutzern, die eigene Meinung zu einem bestimmten Thema, beispielsweise einem Blogartikel, zu kommunizieren. Eine Kombination aus Bewertung und Kommentar sind die Rezensionen. Hier setzt man sich als Nutzer mit einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung systematischer auseinander und versucht eine Art „Gutachten“ zu verfassen. Das eigene Gutachten, die Rezension, soll dann anderen Nutzern bei der Beurteilung des Produktes oder der Dienstleistung helfen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Emotionen und Leidenschaft mit einem Produkt oder einer Dienstleistung verknüpft sind, desto leichter fällt es Nutzer zu finden, die ihre eigenen Emotionen und ihre eigene Leidenschaft in die Öffentlichkeit tragen und mit Anderen teilen, also soziale Signale generieren. Dabei ist es gerade in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ wichtig Emotionen und Leidenschaft gezielt durch eigene Inhalte (z. B. Fotos, Videos, Ankündigungen, Wettbewerbe, etc.) zu wecken und anzusprechen, um dadurch die interaktive Auseinandersetzung mit präsentierten eigenen Inhalten zu fördern.

Warum sind soziale Signale wichtig?

Die Beobachtung, Analyse und Auswertung sozialer Signale ist vor allem deswegen spannend, weil Menschen grundsätzlich ein höheres Vertrauen in Inhalte haben, die ihnen von anderen Menschen, vor allem von Menschen die sie kennen, empfohlen wird. Wie stark die Bedeutung von Empfehlungen von Dritten für unser eigenes Konsumverhalten ist, kann hier in einer schönen Grafik nachvollzogen werden. Aber auch intuitiv ist doch klar: Das was Andere bewusst empfehlen, das muss eine interessante Information.

Im Umkehrschluss heißt das nun aber, das soziale Signale eine wichtige Quelle zur Bewertung der Relevanz einer Information darstellen – und genau deswegen sind soziale Signale auch für Suchmaschinen und die Suchmaschinenoptimierung zunehmend von großer Bedeutung. Denn soziale Signale bringen eine echte menschliche Dimension in die ansonsten sehr technische, maschinenorientierte Relevanzbewertung von Informationen. Konsequenterweise wird über die Auswirkungen sozialer Signale auf die Position von Inhalten und somit auch von Webseiten in Suchergebnissen derzeit viel und kontrovers diskutiert. Mal werden soziale Signale schon heute zu einem der wichtigsten Rankingfaktoren überhaupt erhoben, ein andermal wird eine grundsätzliche Bedeutung verneint. Die Wahrheit liegt, Stand heute, sicher irgendwo in der Mitte, wobei, wenn man Aussagen von Google-Verantwortlichen wie Matt Cutts glaubt, die Bedeutung zwar heute noch nicht überbewertet werden sollte, die Bedeutung zukünftig tendenziell aber eher zunehmen als abnehmen wird.