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Wer Wind sät, wird Sturm ernten - Beispiele berühmter Shitstorms

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31.05.2012

Wer Wind sät, wird Sturm ernten - Beispiele berühmter Shitstorms

Das Web 2.0, oft auch als Mit-Mach-Web bezeichnet, lebt von den Rückmeldungen seiner Nutzer. Nutzergenerierte Inhalte sind zum entscheidenden und festen Bestandteil in vielen Bereichen geworden. Beispiele von solchem nutzergeneriertem Inhalt sind Bewertungen, Kommentare, Rezensionen und grundsätzlich jede Art von selbst erstelltem Inhalt (gemeint sind also auch Statusmeldungen, Fotos, Texte etc.). Ob man will oder nicht: Mit diesen nutzergenerierten Inhalten muss man leben, wenn man als Unternehmen versucht die Vorteile des Mit-Mach-Webs zu nutzen.

Shitstorms!

Ab und zu kommt es nun aber zu der Situation, dass aus Unternehmenssicht im Web 2.0 alles schief läuft und sich negative Rückmeldungen verselbständigen und plötzlich auf eine Art und Weise über ein Unternehmen diskutiert wird, wie man es sich so (wieder aus Unternehmenssicht) vorher nicht vorgestellt hatte - ein Shitstorm wird entfacht.

Was ist ein Shitstorm? Wikipedia definiert: "Ein Shitstorm bezeichnet [...] ein Internet-Phänomen, bei dem massenhafte öffentliche Entrüstung sachliche Kritik mit zahlreichen unsachlichen Beiträgen vermischt". Typische Elemente eines Shitstorms sind Blogbeiträge, Twitternachrichten oder auch Facebook-Kommentare. Ziel eines Shitstorms, bei dem entsprechende Nutzerrückmeldungen oder Kommentare oft aggressiv, beleidigend, oder bedrohend sind, sind Unternehmen, Einzelpersonen oder in der Öffentlichkeit aktive Personengruppen, wie etwa Parteien oder Verbände.

Die Entstehung eines Shitstorms entzündet sich dabei manchmal an gezielt gestreuten Inhalten (z. B. anhand von Videos von Gruppierungen oder Organisationen, die auf Missstände aufmerksam machen wollen), manchmal aber auch ganz unerwartet und auf eine Art und Weise die vorher sehr schwer oder gar nicht absehbar war. Die nachfolgenden Beispiele 1, 2 und 3 stehen für die erste Kategorie von Shitstorm. Die Beispiele 4 und 5 stehen für letztere Kategorie.

Beispiel 1: Der geheime Clooney-Spot

Was ist passiert? In einem angeblichen Nespresso-Werbevideo mit Frauenliebling Georg Clooney wird auf die Website solidar.ch vonSolidar Suisse, dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk aufmerksam gemacht. Der Spot offenbart, dass Nespresso "Fair Trade" nicht unterstützt. Hier ein Blogartikel zum Spot und seinen Auswirkungen.

Beispiel 2: Greenpeace-Spot zu kitkat

Was ist passiert? Die Umweltorganisation Greenpeace stellte ein Video ins Internet, in dem ein Mann ein Kitkat auspackt - doch zum Vorschein kommt kein Schokoriegel, sondern der abgetrennte Finger eines Orang-Utans. Mit dem Video möchte Greenpeace kritisieren, dass Nestlé für sein Kitkat-Produkt Palmöl nutzt, für dessen Gewinnung wiederum Urwald in Indonesien abgeholzt wird, einer der letzten Lebensräume von Orang-Utans. Hier ein Artikel bei der Welt.

Beispiel 3: adidas

Was ist passiert? Tierschützer hatten im Internet offengelegt, dass für die anstehende Fussball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine massenhaft herrenlose Tiere (vor allem Hunde) getötet werden. Gegen adidas, als einem der Hauptsponsoren der EM, richtete sich innerhalb kürzester Zeit der Zorn von Tierfreunden. Auf der Facebook-Seite von adidas waren in kürzester Zeit mehrere Hundert empörte Kommentare zu lesen. Auch andere Sponsoren wie McDonalds oder Continental waren Ziel der Wut der Tierfreunde. Hier ein Artikel zum Thema auf steadynews.de.

Beispiel 4: Dirk Nowitzki in der Metzgerei


Was ist passiert? Am 2. Januar um 16.09 Uhr postet ein Facebook-Nutzer auf der Facebook-Seite von ING-Diba, dass er als "Nichtfleischesser" die Werbung "unmöglich" finde. Auf der Facebook-Seite, die normal eher wenig frequentiert bzw. genutzt ist, äußern sich nun immer mehr Vegetarier, Veganer und dann auch Fleisch-Freunde. Schnell entzündet sich eine teilweise sehr hitzige Debatte. Vegetarier kündigen an, ihr Konto bei der Bank zu kündigen, andere hingegen wollen ihr Geld nun unbedingt zur ING-Diba tragen. Irgendwann gerät die Diskussion völlig aus dem Ruder, Begriffe wie "Krieg" fallen. Schließlich äußert sich die Bank und ruft die Teilnehmer der Diskussion zur Mäßigung auf. Hier ein Artikel vom Stern.

Beispiel 5: Mammut

Was ist passiert? Im März 2011 beschloss der Schweizer Ständerat, die C02-Emissionen der Schweiz bis ins Jahr 2020 um ca. 20 Prozent zu senken. Seitdem versucht der Wirtschaftsdachverband "Economiesuisse" seine gegenteilige Meinung mit Kampagnen in Print und Web darzulegen. Das Unternehmen Mammut, ein Anbieter von Outdoor-Produkten, tauchte dann auf einer Liste des Lobbyverbandes Economiesuisse auf, in der sich Unternehmen gegen das Gesetz wenden. Ein Mammut-Fan veröffentlichte diese Unterstützerposition und löste einen Sturm der Entrüstung bei der Facebook-Gemeinde von Mammut aus. Hier ein Artikel auf alpin.de. Auch folgendes Interview zum Thema ist sehr interessant.

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